Interdisziplinäre Ringvorlesung "landwirtschaftliches Bauen mit Holz"
an der Fakultät Architektur der TU München

Der ländliche Raum ist aktuell von einem starken und schnelllebigen Wandel geprägt, der ganz unterschiedliche Ursachen hat. Ein besonders markanter Anteil kommt aus den derzeitigen Entwicklungen in der Landwirtschaft. Sie prägt wie eh und je in besonderem Maße das Bild unserer Landschaften und Dörfer. Sie unterliegt enormen ökonomischen Zwängen. Eigentlich war dies immer so. Nie waren die Veränderungen aber so forciert.

Zu den ökonomischen Zwängen gesellen sich heutzutage eine neue Vielzahl von Möglichkeiten hinzu. War ein Landwirt noch vor 100 Jahren gezwungen, sein Haus und seine Wirtschaftsgebäude mit eigenem Holz, Steinen aus der Umgebung und Handwerkern seines Einzugsbereichs zu bauen, kann ein moderner Bauer für seine Gebäudlichkeiten nahezu jedes Produkt dieser Welt in jeder Menge und zu jedem Zeitpunkt bestellen. Eine regionale Wertschöpfung geht damit verloren. Ebenso verschwunden sind deshalb regionale Bauweisen und Hoftypen, die besonders markant ihre Regionen über Jahrhunderte hinweg geprägt und ganz entscheidend zur Identität der Regionen beigetragen haben. Alte Höfe werden immer seltener. Ortstypisches löst sich auf und wird ersetzt durch Gebäude, die entweder vor Individualismus nur so strotzen oder einfach nichtssagend sind.

Prof. Dr. Dr. Wegener schreibt im Vorwort zur Broschüre „Landwirtschaft – Bauen in regionalen Kreisläufen“: „Nirgends haben die Bürger durch nachhaltiges Wirtschaften, Bauen und Konstruieren so viel Einfluss auf die Natur und die Kulturlandschaft wie in ihrem direkten Umfeld. Regionale Wertschöpfung heißt für mich daher in erster Linie, die heimischen Rohstoffe und Produkte der lokalen und regionalen Wirtschaft zu nutzen.“

Fährt man übers Land, ist von diesem Anspruch aber nahezu nichts zu sehen. Es hat sich gezeigt, dass es dafür keinen konkreten Schuldigen gibt. Alle Akteure tragen ein bisschen dazu bei. Unumgängliche Grundlage einer Lösung ist zunächst das Wissen um die angedeuteten Probleme. Es besteht nun die Idee, einige relevante Lehrbetriebe und Institutionen regelmäßig an einen Tisch bzw. einen Vorlesungssaal zu holen und ihnen im Rahmen von regelmäßigen Vorträgen und Vorlesungen kritische Statements zu den gerade angerissenen Inhalten zu präsentieren.
 

Teilnehmer: Teilnehmer: Studierende der Technischen Universität München, Fachrichtung Architektur
Fachplaner der LFL und AELF sowie Mitglieder der ALB-Arbeitsgruppe
Lehrlinge und Meisterschüler im Zimmererhandwerk
Format: Vorlesungsreihe mit 8 Terminen, jeweils 90 min., 6 CPts
Parallel dazu wird ein Entwurfsseminar angeboten.
Zeitraum: 11.04.2016 - 15.07.2016 (Sommersemester 2016)
Projektleitung: Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren
Univ. Prof. Florian Nagler, TUM
Praxispartner: Institut für Landtechnik und Tierhaltung
(Arbeitsgruppe landwirtschaftliches Bauwesen)
Koordination: Landesbeirat Holz Bayern
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des
Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
 
TAG UHRZEIT ORT REFERENT
19.04.2016 14.00 - 16.00 Oskar-von-Miller-Forum: Saal im EG Prof. Florian Nagler
26.04.2016 14.00 - 16.00 TUM: Vorhölzer-Forum im 5. Stock Architekt Jochen Simon
11.05.2016 14.00 - 16.00 Oskar-von-Miller-Forum: Saal im EG Landwirt Martin Huber
25.05.2016 09.45 - 11.15 TUM: Theresianum 1601 Architekt Stephen Taylor
01.06.2016 14.00 - 16.00 Oskar-von-Miller-Forum: Saal im EG Architekt Stefan Kohlmeier
08.06.2016 10.00 - 12.00 TUM: Vorhölzer-Forum im 5. Stock Staufer & Hasler Architekten
14.06.2016 10.00 - 12.00 TUM: Theresianum 1601 Prof. Roland Gnaiger
22.06.2016 14.00 - 16.00 Oskar-von-Miller-Forum: Saal im EG Autor Dieter Wieland
Die Referenten sind noch nicht endgültig und können sich noch verändern.

Stand 19.04.2016